Ein Ensemble, welches unterstreicht wer wir sind
Jochen Haidacher:
"Seit nunmehr 120 Jahren wohnt und arbeitet unsere Familie am selben Ort, in Litschbach bei Bruneck. In dieser Zeit hat sich, mit den Wohn- und Arbeitsnotwendigkeiten, auch das Gebäudeensemble stetig verändert. Jede Generation hat ihr Leben an diesem Ort gestaltet und organisiert. Daraus ist ein Ensemble entstanden, welches unterstreicht wer wir sind. Es war uns schon immer ein Anliegen, diese Veränderungen im Einklang mit Landschaft und Baukultur zu sehen und umzusetzen. Wir freuen uns, dass dieses Bemühen von der Jury wahrgenommen und als wertvoll eingeschätzt wurde."
Lukas Mayr Architekt:
"Unsere Haltung zur Baukultur ist geprägt von Respekt gegenüber dem Bestehenden und dem Anspruch, dieses mit zeitgenössischer Architektur sensibel weiterzudenken. Wir sind überzeugt, dass gerade im Weiterbauen alltäglicher und vermeintlich unscheinbarer Architektur ein enormes baukulturelles Potenzial liegt. Baukultur verstehen wir als Ausdruck kollektiver Identität, als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen und als Ressource, die es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt. In unseren Projekten setzen wir daher auf Transformation statt Abriss: Bestehende Strukturen werden analysiert, wertgeschätzt und durch präzise, zukunftsgerichtete Eingriffe funktional und atmosphärisch neu interpretiert. Unser Ziel ist es, lebenswerte Räume zu schaffen, die historische Kontexte berücksichtigen und gleichzeitig zukunftsfähige Lösungen anbieten. Unser Engagement für die Baukultur versteht sich als aktiver Beitrag zur kulturellen Kontinuität und zur qualitativen Entwicklung des gebauten Umfelds."
Zum Projekt:
Kontinuität und Transformation am Ursprungsort
"Seit 1905 ist die Tischlerei Haidacher in Familienbesitz – und am selben Ort. Unter der Leitung von Jochen Haidacher in vierter Generation wurde der Standort in Litschbach schrittweise weiterentwickelt. Aus einem einfachen Hüttl entstand 2012 das Atelier "die küche von haidacher", zwischen 2018 und 2022 folgte eine umfangreiche Erweiterung mit rund 800 m² neuer Produktionsfläche, sowie zeitgemäßem Wohnraum für die Familie. Die baulichen Eingriffe orientieren sich am Bestand und dem Gelände. Betriebs- und Wohnbereiche wurden klar getrennt, der großvolumige Zubau sensibel in die Topografie integriert, das begrünte Dach verschmilzt mit dem Hang. Tageslicht dringt über durchdacht gesetzte Oberlichter tief in die Werkstatt. Die Materialität der Erweiterung – ein hybrider Bau aus Stahl, Sichtbeton und Massivholz – nimmt Bezug auf das Bestehende, ohne sich ihm unterzuordnen. Alt und Neu gehen eine selbstverständliche Verbindung ein und führen die Tradition des Lebens und Arbeitens an einem Ort architektonisch weiter."
- Fotos: René Riller








































